Wichtiges zur Patientenverfügung - DasPflegePortal.de
Patientenverfügung

Die Patientenverfügung greift, wenn Sie selbst nicht mehr in der Lage dazu sind. Das Wort Patientenverfügung ist nicht nur für Personen in den höheren Jahren von Interesse. Jeder kann unabhängig des Alters in die Situation gelangen, etwa durch einen Unfall oder krankheitsbedingte Ursachen.

Hier erhalten Sie Informationen zu den rechtlichen Begebenheiten und erfahren, was die Bundesärztekammer für eine Position zur Verfügung hat. Außerdem bekommen Sie Tipps und Empfehlungen, worauf Sie achten sollten, wenn Sie solch ein Dokument anfertigen.

Was ist eine Patientenverfügung?

Eine Patientenverfügung ist eine Willenserklärung für den Fall der eigenen Entscheidungsunfähigkeit im Krankheitsfall. Sie trifft Vorsorge für eine schwere Erkrankung und ist meistens auf Gesundheitsangelegenheiten beschränkt. Im Ernstfall können Ärzte und Angehörige erfahren, ob man bestimmte Behandlungen wünscht oder ablehnt. Ein Arzt muss vom Grundsatz her immer das Leben verlängern. Wenn Sie jedoch per Patientenverfügung eine andere Priorität setzen, dann muss der Arzt dies berücksichtigen und ist an den erklärten Willen des Patienten gebunden. Am Ende zählt nur eins – der Patientenwille.

Wo liegt das Problem?

Die Verfügung muss unmissverständlich formuliert sein. Und hier liegt das Problem: die meisten Formulare sind nicht eindeutig und fast immer besteht Klärungsbedarf. Nur eindeutige Erklärungen zu konkreten Situationen können umgesetzt werden.

Rechtliche Rahmenbedingungen

Am 01.September 2009 wurde das Betreuungsrecht in das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) aufgenommen worden. Der Paragraph, welcher sich ausführlich mit dem Thema Patientenverfügung beschäftigt, ist §1901a.

patientenverfügung

§1901a

Dieser Paragraph beschäftigt sich mit dem Fall, wenn eine Patientenverfügung vorhanden ist. Entspricht diese Patientenverfügung der aktuellen Lebens- und Behandlungssituation, sind Ärzte und Pfleger dazu verpflichtet, diese zu beachten. Wichtig ist, dass die Verfügung keinen Raum für Interpretationen zulässt. Die beugt Behandlungsfehler vor.

§1901b

Liegt keine Patientenverfügung vor, ist der Wille des Patienten zu ermitteln. Der Bevollmächtigte oder Familienangehörige entscheiden gemeinsam mit dem behandelnden Arzt über medizinische Maßnahmen. Dabei steht der Wille des Patienten an oberster Stelle.

Voraussetzungen und Form der Patientenverfügung

Die Person, welche eine Patientenverfügung schreibt, muss volljährig sein. Desweiteren ist zu betonen, dass eine mündliche Patientenverfügung seit 2003 nicht mehr bindend ist. Es ist unbedingt nötig, dass die Verfügung in schriftlicher Form vorhanden ist. Dabei reicht eine „einfache Schriftform“. Das Dokument muss eigenhändig unterschrieben sein. Gemäß dem Fall, dass der Betroffene aufgrund von körperlichen Einschränkungen nicht fähig ist eine eigenhändige Unterschrift zu setzen, muss ein Notar die Verfügung beglaubigen. Desweiteren muss der Betroffene zum Zeitpunk der Unterschrift einwilligungsfähig sein.

Nicht einwilligungsfähig sind Personen, dessen Urteils- und Einsichtsfähigkeit durch Krankheit oder Behinderung beeinträchtigt ist, sodass die Konsequenzen nicht überblickt werden können.

Missachtung der Verfügung

Bei Missachtung der Patientenverfügung, kann dies als Körperverletzung ausgelegt werden. Wichtig ist zu wissen, dass Ärzte nicht dazu verpflichtet sind, Wünsche zu erfüllen, die gegen das Gesetz verstoßen. Patienten sind grundsätzlich nicht dazu verpflichtet sich von ihrem Arzt beraten zu lassen. Um jedoch realistische, umsetzbare Wünsche zu formulieren, wird dazu geraten.
Entfacht aufgrund einer Patientenverfügung ein Streit finden Sie Hilfe bei der Schiedstelle Patientenverfügung der Deutschen Stiftung für Patientenschutz.

Das sagt die Ärztekammer zur Patientenverfügung

Die Bundesärztekammer spricht sich ausdrücklich für die schriftliche Form der Patientenverfügung aus. Zudem unterscheiden Mediziner zusätzlich zwischen den Äußerungen zu Wertvorstellungen oder Überzeugungen und den konkreten Behandlungswünschen. Diese beiden Formen geben den Ärzten und Pflegern Aufschluss darüber, was der Wille des Patienten ist.

Die Ärzte stellen für den Patienten Informationen bereit und klären auf. Sie helfen bei der Entscheidungsfindung durch die Aufklärung von Missverständnissen und Krankheitsverläufe und teilen Erfahrungsberichte, um die Verfügung so realistisch und den Wünschen angepasst entwickelt wird, wie es möglich ist.

Die Bundesärztekammer schließt sich der Auffassung an, dass in einer Notfallsituation an erster Stelle das Leben des Patienten steht. Es bleibt keine Zeit, um sich nach einer Patientenverfügung zu erkundigen. Wenn die Situation gebannt ist, gilt es die Maßnahmen zu reflektieren und die Verfügung einzuholen. Desweiteren müssen die Entscheidungen der Ärzte, mit dem Willen des Patienten abgeglichen werden. Es muss umgehend die Bevollmächtigte Person hinzugezogen werden.

Die Ärztekammer betont, dass sich Ärzte zusammen mit den Patienten die Verfügung ansehen. Dabei ist die Initiative von dem Betroffenen selbst zu ergreifen. Ist in naher Zukunft von einer Einwilligungsunfähigkeit auszugehen, kann der behandelnde Arzt den Patienten darauf verweisen. Eine enge Zusammenarbeit mit dem behandelnden Arzt stellt sicher, dass die Verfügung nicht fehlinterpretiert wird.
Erfahren Sie hier mehr zum Thema Patientenverfügung. Die PflegeBox informiert Sie außerdem über die häufigsten Fehler beim Umgang mit der Patientenverfügung.