Alzheimer Demenz - Wissenswertes - DasPflegePortal.de

Alle drei Sekunden erkrankt ein Mensch an Demenz. Alzheimer ist mit 65 Prozent die häufigste Demenzform. Weltweit gibt es mehr als 46 Millionen Betroffene. Alleine in Deutschland sind rund 1,5 Millionen Menschen dement, davon sind 1,2 Millionen an Alzheimer erkrankt. Namensgeber war der deutsche Psychiater und Neuropathologe Alois Alzheimer. 1906 beschrieb er die Demenzkrankheit als erster.

Was ist Alzheimer?

Das Gehirn besteht aus vielen Milliarden Nervenzellen. Jene sind durch Fasern verknüpft. Bei der Alzheimer Krankheit verliert der Mensch Nervenzellen und Nervenkontakte. Das Gehirn schrumpft um bis zu 20 Prozent. Sterben die Nervenzellen ab, sind auch die für die Information zuständigen Übertragungsstellen zwischen den Nervenzellen zerstört. Für die Alzheimer Krankheit typisch sind Eiweißablagerungen. Diese führen ebenfalls zum Absterben der Nervenzellen. Die Durchlässigkeit verschlechtert sich, das stört die Sauerstoff- und Energieversorgung. Von dem Verlust der Nervenzellen ist vor allem der Teil des Gehirns betroffen, der für das Gedächtnis und die Denkfähigkeit entscheidend ist.

Demenz Test und Alzheimer Diagnose

Bisher gibt es kein Verfahren, um den Ausbruch von Alzheimer vorherzusagen oder auszuschließen. Vor allem die ersten Symptome fallen im Alltag nicht auf. Andere Krankheiten mit ähnlichen Anzeichen muss der Arzt ausschließen. Die Diagnose erfolgt durch Gespräche, Demenz Tests (machen Sie hier den Uhrentest) und Untersuchungen. In regelmäßigen Intervallen ist es empfehlenswert den Gesundheitszustand zu überprüfen. Zweckmäßig ist ein Abstand von drei bis sechs Monaten.

Alzheimer Ursachen

Die genauen Ursachen sind bis heute nicht geklärt. Zu den erheblichen Faktoren zählen jedoch der Alterungsprozess des Gehirns, Vorerkrankungen des Gehirns und Umwelteinflüsse.

Risikofaktoren Alter und Geschlecht

Der größte Risikofaktor ist das Alter. Nur selten sind die Erkrankten unter 60 Jahre alt. Von den 65- bis 69-Jährigen sind etwa 1,6 Prozent betroffen. Bei den 80- bis 84-Jährigen sind es schon 15,6 Prozent. Ab dem 90. Lebensjahr liegt die Wahrscheinlichkeit bei über 40 Prozent. Männer und Frauen sind gleichermaßen betroffen. Frauen leben jedoch durchschnittlich sechs Jahre länger als Männer. Da mit höherem Alter auch das Risiko steigt, sind etwa zwei Drittel der Betroffenen Frauen.

Risikofaktor Alter

  • Häufigkeit in %

Genetische Risikofaktoren

Genetische Faktoren spielen keine wesentliche Rolle bei der Entstehung der Alzheimer-Krankheit. Nur in 2 Prozent der Fälle ist die Erkrankung dominant vererbt. Andere Fälle der Demenz Krankheit in der Familie erhöhen das Risiko zu erkranken nur gering. Die genetischen Faktoren gelten alleine als nicht hinreichend.

Weitere Risikofaktoren

Zu den möglichen Risikofaktoren gehören Diabetes, Übergewicht, Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen.

Alzheimer Vorbeugen

Gegen Alzheimer gibt es bis heute kein Gegenmittel. Gewisse Maßnahmen können sich trotzdem positiv auswirken. Neben gesunder und ausgewogener Ernährung empfiehlt sich regelmäßige sportliche Betätigung. Es gibt zahlreiche Angebote speziell für Senioren, ob zuhause oder in einem Verein. Es lohnt sich auch im Alter mit dem Sport anzufangen. Außerdem ist das Pflegen sozialer Kontakte wichtig. Studien zeigen, dass Menschen mit aktivem Sozialleben seltener erkranken. Sich geistig fit halten ist mindestens genauso wichtig wie Sport. Ob neue Sprachen erlernen, Sudoku lösen oder musizieren und tanzen, das kann jeder für sich entscheiden.

Alzheimer Verlauf

Der Verlauf ist bei jedem individuell, dabei haben die einzelnen Phasen charakteristische Merkmale. Achten Sie auf folgende Symptome und Verlauf.

Frühstadium

Das Frühstadium der Alzheimer Erkrankung zeichnet sich durch schleichende Beeinträchtigung des Kurzzeitgedächtnisses aus. Das planende- und organisierende Denken ist gestört. Die richtigen Worte zu finden und sich zu orientieren fällt den Betroffenen oft schwer. Probleme lösen und Urteile fällen wird zunehmend komplizierter. Die Erkrankten haben das Gefühl etwas vergessen zu haben, sind dennoch weitestgehend selbstständig. Sie in wichtige Entscheidungen zu involvieren und gemeinsam rechtliche Fragen zu klären ist ratsam. Dabei ist eine Patientenverfügung in jedem Fall zu empfehlen. Auf die neuen Einschränkungen reagiert auch psychisch jeder anders: Aggressivität, Depressionen und abwehrender Rückzug sind nicht selten.

Mitteleres Stadium

Mit fortschreitender Zeit nehmen ferner die Einschränkungen von Gedächtnis, Denkvermögen und Orientierungsfähigkeit zu. Die Erkrankten sind nicht mehr in der Lage vollständige Sätze zu formulieren und ihre Erinnerungen verblassen. Die Betroffenen wissen nicht mehr wie alt sie sind, wie sie heißen oder welchen Beruf sie früher ausübten. Die Wahrnehmung über die Krankheit geht verloren, die Alzheimer Kranken wollen plötzlich wieder zur Arbeit gehen oder die längst verstorbenen Eltern besuchen. In dieser Phase sind sie nicht mehr zu einer selbstständigen Lebensführung fähig und sind auf ihre Angehörigen angewiesen.

Spätstadium

In der letzten Phase kommt es zum hochgradigen geistigen Abbau und Sprachverlust. Die Betroffenen sitzen zudem im Rollstuhl oder sind bettlägerig und verlieren die Kontrolle über den Körper. Das Thema Inkontinenz wird für viele unausweichlich. Beschwerden wie versteifte Gliedmaßen, Schluckstörungen und Krampfanfälle begleiten die Alzheimer Erkrankten besonders im Spätstadium. Infektionen häufen sich. Mit den erstattungsfähigen Produkten von der Pflegebox beugen Sie diese vor. Die Alzheimer Krankheit selbst führt nicht zum Tod, die häufigste Todesursache sind Infektionskrankheiten.

Hier finden Sie Tipps für Angehörige.

Behandlung

Medikamentöse Behandlung

Medikamente gegen die Krankheit gibt es bis heute nicht. Alzheimer Präparate behandeln jedoch begleitende Krankheiten. Um geistige Leistung und Alltagsbewältigung zu stabilisieren, kann der Arzt Medikamente verschreiben. Besonders im frühen und mittleren Stadium lindern Präparate Symptome und beugen weitere Schäden des Gehirns vor. Betroffene gewinnen durch rechtzeitige Behandlung mehr Zeit und steigern so ihre Lebensqualität. Es ist wichtig, die medikamentöse Behandlung kontinuierlich durch den behandelnden Arzt kontrollieren und anpassen zu lassen.

Nicht-medikamentöse Behandlung

Vorzugsweise nach Bedürfnissen und Fähigkeiten angepasst, fördern Therapien geistig und körperlich. Gedächtnistraining und körperliches Training sind weiterhin nützlich. Für jeden Betroffenen kann eine individuelle Behandlung zum größten Erfolg führen.



		

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Die Informationen aus diesem Text ersetzen nicht die Rücksprache mit einem Arzt.