Behindertenwerkstatt in Berlin: Unser Partner Mosaik - DasPflegePortal.de

Eine Behindertenwerkstatt ermöglicht Menschen mit körperlichen und/oder psychischen Beeinträchtigungen am Arbeitsleben teilzuhaben. In Deutschland existieren über 730 Behindertenwerkstätten, die insgesamt mehr als 300.000 Personen, überwiegend mit geistiger Behinderung, beschäftigen (Stand 2018). Eine davon ist das Unternehmen Mosaik, einer unserer Partner im Logistik Bereich. Bevor wir Mosaik näher vorstellen, klären wir die wichtigsten Fragen rund um das Thema Behindertenwerkstatt.

Was ist eine Behindertenwerkstatt?

Behindertenwerkstätten sind Einrichtungen zur beruflichen Rehabilitation für Menschen mit geistigen und/oder körperlichen Beeinträchtigungen. Hier arbeiten Menschen, die aufgrund ihrer individuellen Beeinträchtigung nicht, noch nicht oder noch nicht wieder in der Lage sind, eine Anstellung auf dem normalen Arbeitsmarkt zu finden.

Hauptaufgabe der Werkstätten ist, den hier arbeitenden Menschen eine Beschäftigung anzubieten, für die sie ein angemessenes Arbeitsentgelt erhalten. In einigen Werkstätten stehen zur Betreuung der behinderten Menschen Fachleute aus verschiedenen Bereichen (wie Ärzte, Psychologen oder Sozialarbeiter) zur Verfügung.

Wie funktionieren Werkstätten für behinderte Menschen?

Obwohl Werkstätten für behinderte Menschen einen Bildungsauftrag haben, sind sie zugleich wirtschaftlich arbeitende Unternehmen. So sollen sie einen Großteil ihrer Kosten durch die Erträge, die ihre Mitarbeiter erwirtschaften, selbst decken. Dies gehört zu den Mindestanforderungen, die eine Einrichtung erfüllen muss, um von der Bundesagentur für Arbeit die Anerkennung als Werkstatt für Menschen mit Behinderung zu erhalten.

Jede Behindertenwerkstatt bietet verschiedene Arbeitsbereiche an

  • Zu den typischen Arbeitsfeldern gehört die Erbringung von Dienstleistungen oder die Produktion von Waren.

  • Auch gärtnerische und landwirtschaftliche Tätigkeiten sind abhängig von der Ausstattung und Lage der Werkstatt möglich.

Wichtig ist, dass die angebotenen Arbeitsplätze sowohl die Ansprüche der Arbeitswelt erfüllen, als auch die besonderen Bedürfnisse der Mitarbeiter berücksichtigen.

Welche Voraussetzung müssen Mitarbeiter erfüllen, um in einer Behindertenwerkstatt zu arbeiten?

Grundsätzlich sind die Werkstätten dazu verpflichtet, allen behinderten Menschen einen Arbeitsplatz anzubieten. Dies gilt unabhängig von der Ursache, Art und Grad der Behinderung. Damit ist beispielsweise ein Behindertenausweis keine zwingende Voraussetzung für die Arbeit in einer Behindertenwerkstatt. Es gibt jedoch bestimmte Bedingungen, die für eine Aufnahme in eine Behindertenwerkstatt erfüllt sein müssen. Hierzu gehört, dass der Mitarbeiter:

  • in der Lage sein muss, in einem von der Werkstatt angebotenen Arbeitsbereich ein „Mindestmaß an wirtschaftlich verwertbarer Arbeit“ zu leisten.
  • keinen außerordentlichen Pflegebedarf hat.
  • weder eine Gefahr für sich (Eigengefährdung) noch für Dritte (Fremdgefährdung) darstellt.

Sind diese Voraussetzungen erfüllt, folgt das Eingangsverfahren. Dabei prüfen sowohl die Mitarbeiter der Behindertenwerkstatt als auch der Behinderte selbst, ob die Werkstatt die richtige ist. Zudem erfolgen Tests, welche Arbeiten dem neuen Mitarbeiter liegen und wo er seine Arbeitskraft am besten einsetzen kann.

Mosaik Unternehmensverbund in Berlin

Mosaik beschäftigt aktuell über 2.000 Mitarbeiter. Bereits 1965 wurde „Das Mosaik e.V.“ von einem Deutsch-Amerikanischen Frauenclub als Verein zur Betreuung von Menschen mit Behinderung gegründet. Der Name Mosaik steht dabei für das große Ganze, das sich aus vielen kleinen Teilen zusammensetzt.

BehindertenwerkstattMittlerweile ist der Unternehmensverbund ein wichtiger Arbeitgeber in der Region Berlin-Brandenburg. „Mosaik bietet aktuell an mehr als 40 Standorten individuelle Entwicklungen und Karrierewege für Menschen mit Behinderung. Dazu gehören unter anderem Werkstätten, Gärtnereien und ein Ökohof. Unser Angebot reicht von der Fördergruppe über die Werkstatt bis hin zum Integrationsunternehmen mit tariflich bezahlten Arbeitsplätzen“, erklärt Katja Stein, Mitarbeiterin Interne Kommunikation bei Mosaik.

 

Mosaik Mitarbeiter im Interview mit der CommitMed

Im Logistik Bereich stellt Mosaik für die PflegeBox einen wichtigen Partner dar. Die beiden Mosaik Mitarbeiter Marcus Sch. und Kevin G. erklären uns im Interview, wie diese Zusammenarbeit und ihre Arbeit für die PflegeBox genau aussehen.

CommitMed: In welchen Bereichen arbeiten Sie mit der PflegeBox zusammen?

Marcus Sch.: Wir arbeiten im Konfektions- und Versandbereich.

CommitMed: Welche Aufgaben übernehmen Sie dabei konkret?

Kevin G.: Ich stelle die Ware anhand eines Laufzettels zusammen und gebe diese in die Kontrolle. Wenn die Ware richtig zusammengestellt wurde, wird sie weiter zum Verpacken gegeben.

Behindertenwerkstatt

CommitMed: Kommen Sie manchmal bei der Arbeit an Ihre Grenzen?

Marcus Sch.: Wir möchten gerne die Aufträge täglich bearbeiten und versenden. Wenn wir viele Aufträge haben und ich schnell arbeiten muss, ist es wichtig, dass die Kontrolle durchgeführt wird, falls ich einen Fehler gemacht habe.

CommitMed: Wie sind Sie auf die Arbeit bei Mosaik aufmerksam geworden?

Kevin G. und Marcus Sch.: Unsere Schule hat dafür gesorgt, dass wir ein Praktikum bei Mosaik machen durften. Das hat uns viel Spaß gemacht und deshalb wollten wir bei Mosaik arbeiten.

CommitMed: Was wissen Sie über die PflegeBox?

BehindertenwerkstattKevin G. und Marcus Sch.: Die PflegeBox beinhaltet Infomaterial und kleine Proben von Pflegehilfsmittel-Muster. Diese Produkte versenden wir zu den Kunden. Dazu gehören Pflegedienste, Kliniken und auch Sozialstationen.

CommitMed: Was bedeutet die Arbeit bei Mosaik für Ihre Selbstständigkeit?

Kevin G. und Marcus Sch.: Unser Ziel ist es als Produktionsfachkraft zu arbeiten. Unsere Gruppenleiterin unterstützt uns dabei. Wir lernen hier sehr viel und möchten gerne weiterhin bei Mosaik arbeiten.

CommitMed: Können Sie Menschen mit Behinderung besondere Tipps für das Arbeiten in einer Behindertenwerkstatt mit auf den Weg geben?

Kevin G. und Marcus Schw.: Man braucht eine große Portion Respekt und Toleranz für die Beeinträchtigungen der anderen Kollegen. Jeder hat hier ein Päckchen zu tragen. Manchmal auch eines von CommitMed.