Betrüger: So schützen Sie sich vor dreisten Tricks - DasPflegePortal.de

Solche und ähnliche Schlagzeilen gibt es schon seit Jahren. Trotz Aufklärung erbeuten Betrüger jährlich hohe Millionenbeträge. Was sind die häufigsten Tricks? Wie können Sie sich davor schützen? Und warum vor allem Senioren zu Opfern fallen, lesen Sie hier.

Warum Senioren?

Senioren sind häufiger zuhause und besitzen meistens einen Festnetzanschluss. Sie sind deshalb gut zu erreichen, das sind gute Bedingungen für Betrüger. Kriminelle nutzen das aus und täuschen entweder am Telefon oder direkt an der Haustür. Dazu haben ältere Menschen ein größeres Bedürfnis zu helfen. Die Täter sind meistens erfahrene „Schauspieler“, das wirkt erfolgreicher und glaubwürdiger.

Die Tricks der Betrüger

Der Enkeltrick

Bei dem sogenannten Enkeltrick, rufen die Betrüger an und geben sich als Verwandte, meistens Enkel der Opfer aus. Diese lassen sich den Namen vom Enkel sagen und nehmen ihn an.

Dann behaupten sie, Sie:

  • Seien in einer Notlage.
  • Wären bestohlen worden.
  • Bräuchten Geld für eine dringende Operation.
  • Hätten einen Unfall und bräuchten deshalb Geld.

Der falsche Enkel kann das Geld nicht persönlich abholen und schickt deshalb einen Boten. Mit diesem Trick erbeuten Betrüger hohe Geldsummen.

Wie Sie sich schützen:

  • Geben Sie einen falschen Namen an. Übernimmt der Anrufer diesen, handelt es sich um einen Betrüger.
  • Stellen Sie Kontrollfragen: Nach weiteren Verwandten oder Geburtsdaten, diese kennt der Betrüger nicht.

 

Falsche Polizisten

Diese Masche wird bei Betrügern immer beliebter. Sie geben sich als Polizisten aus und verschaffen sich so Zutritt zur Wohnung ihres Opfers. Diese meinen, dass sie Adresse und Name der Opfer auf Notizen von Einbrechern gefunden zu haben. So wollen sie Wertsachen zu angeblich sicheren Orten oder zu den Angehörigen bringen. Oder die Betrüger erpressen ihre Opfer über das Telefon. Besonders tückisch: Auf dem Telefondisplay erscheint tatsächlich die „110“ oder die Nummer einer anderen Behörde. Das lässt den Anrufer glaubwürdiger erscheinen. Tatsächlich sitzen die Betrüger meistens in Call-Centern im Ausland.

Die Polizei warnt:

  • Bei einem echten Polizeianruf stehen nie Notrufnummern auf dem Display, sie rufen nie mit 110 an.
  • Polizisten wollen nie Ihr Geld oder Wertgegenstände.

Der nichtbestellte Handwerker/falsche Techniker

Kriminelle wollen sich Zugang zur Wohnung verschaffen, um ihre Opfer auszurauben. Sie geben sich als Techniker oder Handwerker aus und meinen vom Vermieter oder von der Stadt zu kommen. Angeblich wollen sie modernisieren, Wasserleitungen prüfen oder etwas reparieren. Meistens kommen sie zu zweit. Dabei verwickelt einer der Betrüger seine Opfer in ein Gespräch. Der andere sucht die Wohnung nach Geld oder Wertgegenständen ab. Manchmal verlangen sie hohe Summen im Voraus für bevorstehende „Maßnahmen“.

Tipps für Sie:

  • Mitarbeiter der Behörde oder Handwerker kommen nie unangemeldet und ohne Termin.
  • Sollte das passieren, bitten Sie um einen offiziellen Termin.
  • Kaufen oder unterschreiben Sie nie etwas an der Haustür.

 

Der unerwartete Gewinn

„Herzlichen Glückwunsch, Sie haben ein Auto gewonnen“. Über falsche Versprechen und angebliche Gewinne ergaunern sich Betrüger hohe Summen. Ein angeblicher Anwalt ruft bei Ihnen an und teilt mit, Sie hätten etwas gewonnen. Er überzeugt Sie höhere Geldsummen zu überweisen, weil Steuern oder andere Gebühren anfallen würden. So soll zum Beispiel ein Auto verschifft werden, die Transportkosten müsse der Gewinner tragen. Die Opfer überweisen das Geld an meist ausländische Konten und sehen so Ihr Geld nicht wieder.

Was Sie tun sollten:

  • Wenn jemand Geld von Ihnen fordert, legen Sie auf, kontaktieren Sie die Polizei.
  • Überweisen Sie nie Geld an Unbekannte.
  • Geben Sie nie sensible Daten (Passwörter, Kreditkartennummern, PINs und TANs) am Telefon preis.

Betrogene haben oft Angst sich den Verwandten oder der Polizei mitzuteilen. Dies ist aber falsch. Die Meinung, bei den Opfern handele es sich um dumme Menschen, die deshalb selber Schuld seien, ist nicht richtig. Falls Sie betrogen wurden, scheuen Sie sich nicht Hilfe zu suchen. Dafür sind die Polizei und Opferberatungsstellen (wie Weisser Ring) die richtigen Anlaufstellen. Diese finden Sie online oder in Ihrer Stadt.

  • Seien Sie misstrauisch, wenn Personen am Telefon Geld fordern.
  • Geben Sie keine Auskunft über Ihre familiären oder finanziellen Verhältnisse.
  • Lassen Sie sich zeitlich und emotional nicht unter Druck setzen.
  • Stellen Sie dem Anrufer gezielt Fragen nach seinem familiären Umfeld, überführen Sie ihn so.
  • Halten Sie nach einem Anruf mit finanziellen Forderungen mit anderen Familienangehörigen Rücksprache.
  • Übergeben Sie niemals Geld oder Wertgegenstände an unbekannte Personen.
  • Informieren Sie sofort die Polizei, wenn Ihnen etwas verdächtig vorkommt – Notruf: 110