Kurzzeitpflege - Das sollten Sie wissen - DasPflegePortal.de

Nicht selten entstehen Situationen in welchen die Pflege zuhause kurzzeitig nicht möglich ist. In solchen Fällen bietet die Kurzzeitpflege eine gute Alternative. Pflegebedürftige Personen haben die Möglichkeit sich über einen begrenzten Zeitraum vollstationär in einer Pflegeeinrichtung betreuen zu lassen.

Anspruch hat, wer einen Pflegegrad (2-5) vorweisen kann. Unter gewissen Voraussetzungen wie bei akuter Erkrankung, Unfall oder Operation gewährt die Krankenkasse auch ohne Pflegegrad eine Kurzzeitpflege. Den rechtlichen Rahmen bildet § 42 SGB XI. Ab Pflegegrad 1 besteht monatlich ein Anspruch auf einen Entlastungsbetrag in Höhe von 125€. Hierzu müssen vorher Entlastungsleistungen beantragt werden.

Dauer und Kosten

Die vollstationäre Heimunterbringung ist zeitlich auf 56 Tage (acht Kalenderwochen) begrenzt. Dabei unterscheidet sich die Höhe der Leistungen bei den Pflegegraden 2 bis 5 nicht. Der Antrag ist vor dem Eintritt zur Kurzzeitpflege zu stellen. Dieser ist über Pflegekassen erhältlich. Nutzen Sie auch gerne unseren Muster-Antrag. Nur für zugelassene Pflegeeirichtungen erstattet die Pflegekasse die Kosten. Nicht jede Pflegeeinrichtung bekommt die Zulassung zur Durchführung der Kurzzeitpflege.

Die Kosten setzen sich folgendermaßen zusammen:

⦁ Verpflegung und Unterkunft auch „Hotelkosten“
⦁ Investitionskosten (wie Instandhaltung)
⦁ Pflegekosten

Letztere bezuschussen Pflegekassen mit 1612€ im Jahr. Hotel- und Investitionskosten sind vom Pflegebedürftigen zu tragen. Die Höhe legt die jeweilige Pflegeeinrichtung fest, daher lohnt sich hier ein Vergleich.

Falls ein Anspruch auf Verhinderungspflege besteht und das Budget nicht genutzt wurde, ist es möglich jährlich zusätzlich 1612 € einzusetzen. Aneinander gekoppelt stehen dann insgesamt 3224€ zur Verfügung.

Wann ist eine Kurzzeitpflege sinnvoll?

Krankheit oder Reha

Auch pflegende Angehörige erkranken oder brauchen einen Reha- Aufenthalt. Um vollständig zu genesen ist Zeit und Ruhe nötig. Diese finden sie während der Pflegebedürftige in der Kurzzeitpflege versorgt wird.

Urlaub für Angehörige

Bei großer Verantwortung aber auch psychischen und physischen Belastung ist eine Auszeit nötig. So können Angehörige unbesorgt in der Urlaub fahren und Kraft tanken.

Barrierefreier Umbau

Ob im Alter oder mit einem Pflegegrad, viele wollen weiterhin zuhause wohnen. Dabei ist nicht jede Wohnung barrierefrei und behindertengerecht. Durch einen Umbau von Bad und Küche oder durch einen Treppenlift ist das Zuhause an die Situation angepasst. In dieser Zeit ist die kurzzeitige Unterbringung in einer Pflegeeinrichtung sinnvoll.

Verstärkung der Pflegebedürftigkeit

Verschlimmert sich die Pflegesituation unerwartet, ist eine fachliche Betreuung oft unausweichlich. Die Kurzzeitpflege lässt Zeit für weitere Planung. Der Pflegebedürftige kann auch gegebenenfalls auf einen längeren Aufenthalt in einer Einrichtung vorbereitet werden.

Kurzzeitpflege ohne Pflegegrad

Seit 2016 haben auch Personen ohne Pflegegrad die Möglichkeit Kurzzeitpflege in Anspruch zu nehmen.

Das sind Patienten, die

  • wegen einer schweren Krankheit nicht zuhause versorgt werden können und
  • nicht pflegebedürftig sind.

Anders als bei Pflegebedürftigen mit Pflegegrad trägt die Krankenkasse die Pflegekosten. Hotel- und Investitionskosten bleiben auch hier beim Patienten.

Während der Kurzzeitpflege erhalten die Pflegebedürftigen die Hälfte des bisher bezogenen Pflegegeldes. Das gilt für bis zu acht Wochen.

SIE KÖNNEN DIE ZUSATZKOSTEN ALLEINE NICHT TRAGEN?

Wenn der Pflegebedürftige die zusätzlichen Kosten für die Kurzzeitpflege nicht erbringen kann, ist das Sozialamt eine Anlaufstelle. Möglich ist eine (teilweise) Kostenerstattung. Wie hoch diese ist und ob unterhaltspflichtige Angehörige diese tragen müssen, erfahren Sie vom Sozialamt.