Die Patientenverfügung - Sorgen Sie vor! - PflegeBox.de

Die Patientenverfügung ist eine Lösung, wenn Sie selbst nicht mehr fähig sind Ihre Wünsche zu äußern. Viele Menschen verdrängen, dass jeder in diese Situation gelangen kann. Unabhängig vom Alter kann dieser Fall aus krankheits- oder unfallbedingten Situationen eintreten. Mit einer Verfügung kann jeder hierfür wirksam vorsorgen. Doch nicht jede  ist im Fall der Fälle wirksam.

patientenverfügung

Eine Patientenverfügung ist ein offizielles und rechtlich bindendes Dokument, in dem Sie Ihre persönlichen Wünsche zu medizinischen Behandlungen für die Zukunft darlegen. Sollten Sie Ihre Einwilligungsfähigkeit verlieren oder zum Zeitpunkt einer bestimmten Behandlung nicht ansprechbar sein, richten sich Ihre behandelnden Ärzte nach den Wünschen, die aus Ihren Dokumenten hervorgehen. Nehmen Sie sich ausreichend Zeit und setzen Sie sich vorab offen und ehrlich mit Ihren eigenen Bedürfnissen auseinander. Scheuen Sie sich nicht vor vermeintlichen Tabu-Themen, wie der eigenen Endlichkeit und der Frage, wie Sie sterben möchten. In Situationen, in denen Patientenverfügungen zu Rate gezogen werden, geht es nicht zwangsläufig um Leben und Tod. Darum ist es wichtig, alle Eventualitäten zu bedenken.

Eine Patientenverfügung ist keine Vorsorgevollmacht oder Betreuungsverfügung. Die Vorsorgevollmacht gibt Auskunft darüber, welche Person stellvertretend für Sie und Ihre Wünsche als Vertreter dient und die Entscheidungen für Bereiche fällt.

Die Betreuungsverfügung ist eine Willensäußerung, die in Kraft tritt, wenn der Fall einer Betreuung angeordnet wird. Das kann in Kraft treten, wenn Sie einzelne Handlungen des Alltags nicht mehr allein tätigen können und Hilfe brauchen. Erfahren Sie [hier] mehr zu den verschiedenen Betreuungsformen.

Wie gelangt die Patientenverfügung zum Arzt?

Allein der Arzt darf nicht  ohne Mitwirkung eines Patientenvertreters mit der Verfügung handeln. Was bedeutet das? Es reicht nicht, dass Sie eine Patientenverfügung haben – Sie brauchen ebenfalls einen Betreuer dieser. Es gibt zwei Möglichkeiten die Patientenverfügung zu hinterlegen.

Zum einen gibt es die Möglichkeit die Patientenverfügung bei dem Zentralen Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer zu hinterlegen. In diesem Fall wird vor Festlegung eines Betreuers der Patientenverfügung geprüft.

Eine weitere Option sind private Organisationen. Sie erhalten einen Verweis auf Ihrer Versichertenkarte, dass ein Dokument hinterlegt ist. Oder es wird ein Hinweis auf die gewählte Vertrauensperson vermerkt.

 

Achten Sie auf die Formulierung!

Viele Menschen haben verständlicherweise Schwierigkeiten, eine solche konkrete Patientenverfügung zu formulieren. Wie kann ein Mensch eine Situation beschreiben und einschätzen, die er noch durchlebt hat? Wenn Sie eine aktuelle und gültige Patientenverfügung verfassen wollen, ziehen Sie einen Facharzt hinzu, der in der Intensiv- und Notfallmedizin Erfahrungen gesammelt hat. 

Der Bundesgerichtshof verlangt von einer wirksamen Patientenverfügung, dass sie konkret ist, das heißt, dass sie ausdrücklich auf einzelne ärztliche Maßnahmen und medizinische Situationen eingeht. Tritt der Fall ein und Ihre Patientenverfügung weist Lücken auf, greift  § 1901a Abs. 2 Satz 2 und 3 Bürgerliches Gesetzbuch, der folgendes besagt:

„Der mutmaßliche Wille ist aufgrund konkreter Anhaltspunkte zu ermitteln. Zu berücksichtigen sind insbesondere frühere mündliche oder schriftliche Äußerungen, ethische, religiöse und sonstige persönliche Wertvorstellung des Betreuten.“

Die Missachtung des Willens kann als Körperverletzung strafbar sein. Dies kann nicht nur durch unklare Formulierungen entstehen. Des Weiteren, wenn die Patientenverfügung von Angehörigen, Pflegern oder Ärzten fehlinterpretiert wird. Außerdem ist es möglich, dass der behandelnde Arzt Ihre Verfügung für den eingetroffenen Krankheitsfall für untauglich bewertet und gegebenenfalls entgegen dieser handelt. Sind Sie von solch einem Fall betroffen? Die Deutsche Stiftung Patientenschutz bietet Ihnen Hilfe!

Bei der Auseinandersetzung mit dem Thema Patientenverfügung passiert es oft schon bei der Überlegung, dass einige Fehler passieren. Erfahren Sie hier, welche Fehler die häufigsten sind und wie Sie es besser machen!