Verhinderungspflege - Wissenswertes - DasPflegePortal.de

Optionale Leistung für Notfälle, Urlaube und die Erholung der pflegenden Personen

Immer mehr Menschen pflegen Angehörige mit Pflegegrad 2,3,4 oder 5 Zuhause und stellen sich den oftmals harten Aufgaben des Alltags. Manchmal wird die pflegende Person selber krank, braucht einen Urlaub oder möchte einfach Zeit für sich. Um die psychische Belastung zu minimieren ist die Verhinderungspflege eine gute Lösung und eine echte Bereicherung.

Die Verhinderungspflege: Eine Definition

Die Verhinderungspflege ist eine Leistung der Pflegeversicherung nach § 39 SGB XI.

Voraussetzung ist, dass Pflegegrad 2,3,4 oder 5 vorliegt und die Pflege seit sechs Monaten besteht. Kann der Pflegende vorübergehend die Pflege nicht durchführen, können Sie die Verhinderungspflege in Anspruch nehmen. Da solche Fälle oftmals spontan und kurzfristig eintreten können, beispielsweise durch Erkrankung oder notwendige Arztbesuche, müssen Sie für die Verhinderungspflege keinen Antrag im Vorfeld stellen. Wichtig ist, während dieser Zeit alle Belege und Nachweise zu den Aufwendungen im Pflegetagebuch zu sammeln und diese anschließend bei der Pflegekasse einzureichen.

Die jährliche Höhe der Leistungen

Die Aufwendungen für die Verhinderungspflege decken viele Bereiche ab. So können Sie die Kosten für den ambulanten Pflegedienst übernehmen oder den Verdienstausfall abfedern, wenn dieser durch die kurzeitige Pflegeübernahme entsteht. Für die Erstattung der angefallenen Kosten muss der Pflegebedürftige einen Antrag bei seiner Pflegekasse stellen. Jährlich ist der Kostenrahmen für diese Pflege auf 1.612 Euro begrenzt.

So lange können Sie die Leistungen in Anspruch nehmen

Nicht nur finanziell, sondern auch zeitlich ist die Verhinderungspflege begrenzt. So dürfen Sie pro Jahr insgesamt sechs Wochen diese Pflegeleistung in Anspruch nehmen. Sie müssen diese Zeiten nicht am Stück in Anspruch nehmen, sondern können bei Bedarf auch stundenweise von der Pflegehilfe profitieren. So lassen sich im Alltag kleine Auszeiten schaffen, welche den Pflegenden entlasten und helfen mit der schwierigen Situation fertig zu werden. Sofern die tägliche Pflegezeit die Grenze von acht Stunden nicht überschreitet, können Sie die erbrachte Pflege stundengenau abrechnen.

Während der Verhinderungspflege wird das Pflegegeld um 50 % gekürzt. Sie bekommen das Pflegegeld in voller Höhe, wenn Sie die Verhinderungspflege nur stundenweise in Anspruch nehmen. Also bei einer Verhinderung der Pflegeperson von weniger als acht Stunden am Tag.

Ambulante Pflege durch Verwandte oder durch den Pflegedienst und benötigte Pflegehilfsmittel

Viele Angehörige und auch Pflegebedürftige schätzen die ambulante Pflege sehr. Die Verhinderungspflege hilft diesen Status bei Krankheiten oder Ausfällen der eigentlichen Pflegeperson weiterhin aufrecht zu erhalten. So können Sie sowohl die Grundpflege als auch die hauswirtschaftliche Versorgung umfassend abrechnen. Diese Arbeiten und Versorgungsmaßnahmen können sowohl ein frei wählbarer Personenkreis, als auch ambulante Pflegedienste mit ihrem Fachpersonal durchführen. Somit kann die ambulante Pflegeversorgung gesichert werden.

MIt der Kurzzeitpflege kombinierbar

Neben der Verhinderungspflege stehen dem Pflegebedürftigen auch Aufwendungen aus der Kurzzeitpflege zu. Dies ist eine vollstationäre Pflege mit einer Dauer von maximal acht Wochen pro Jahr. Werden die Leistungen für die Kurzzeitpflege im Jahr nicht vollständig in Anspruch genommen, lassen sich diese auf die Verhinderungspflege anrechnen. Sie können bis zu 806 Euro aus dem Budget der Kurzzeitpflege hinzufügen. So stehen Ihnen pro Jahr statt 1.612 Euro sogar 2.418 Euro zur Verfügung.

Eine gute Pflegeberatung erklärt Ihnen, wie Sie die Pflegehilfsmittel optimal einsetzen und effektiv miteinander kombinieren können.